Grund für den Abbau und die Rationalisierung von Filialstrukturen in der Vergangenheit ist nach Ansicht vieler Experten der Kostendruck, den sich Banken heutzutage ausgesetzt sehen. Viel Banking kann mittlerweile online abgewickelt werden – kleine, unrentable und dörfische Stützpunkte samt Personal aufrechtzuerhalten, war deshalb nicht immer möglich. Im Raum Frankfurt werden nun die Voraussetzungen für ein durchaus spannendes und unkonventionelles Experiment geprüft.
Dabei wollen die Frankfurter Volksbank und die Taunus Sparkasse gemeinsame Filialen eröffnen, 26 Standorte sollen zunächst im Hochtaunuskreis entstehen, dafür sollen bestehende Einrichtungen beider Geldhäuser zu sogenannten „Finanzpunkten“ umgestaltet werden. Innerhalb einer normalen Arbeitswoche von Montag bis Freitag soll an zwei Tagen eine Beratung für Volksbank- und an weiteren zwei für Sparkassen-Kunden erfolgen – inklusive wechselnder Beleuchtung der Filiale. Die Initiatoren der flächendeckenden Kooperation betonen dennoch, dass trotz gemeinsam genutzter Räumlichkeiten weiterhin Wettbewerb besteht.
Weiterer Vorteil: Die dortigen Geldautomaten können an allen Tagen von beiden Kundengruppen entgeltfrei genutzt werden. Neu ist hierbei, dass es sich wirklich um gemeinsame und nicht wie bisher getrennte Automaten handelt. Ziel der Kooperation ist es, die Kosten des Präsenzbetriebes zu senken und die Versorgung in ländlichen Gebieten auf lange Sicht zu gewährleisten. Die Zahl der Bankfilialen ist in Deutschland weiterhin rückläufig. Waren es 2007 noch rund 40.000, sind es heute gerade mal knapp 28.000 – ein Rückgang von 30 Prozent.






