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ZUKUNFTSRADAR 2019

Allgemein, Forschung, Strukturpolitik

Der „Zukunftsradar Digitale Kommune“ wird vom Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) und dem Institut für Innovation und Technik (iit) jährlich durchgeführt. An der zweiten Auflage der Befragung der Kommunen in Deutschland beteiligten sich mehr als 500 Städte und Gemeinden. Jetzt liegen die Ergebnisse vor: Danach bestätigten sich in weiten Teilen die Ergebnisse der Umfrage aus dem Vorjahr, nennenswerte Fortschritte im Bereich der Digitalisierung sind nur in knapp einem Drittel der befragten Kommunen zu verzeichnen.

So zeigten die Ergebnisse der diesjährigen Befragung erneut, dass die Kommunen die Chancen der Digitalisierung erkannt hätten und keineswegs in einer abwartenden Haltung verharrten, klar sei aber auch, dass es noch viel Arbeit für Städte und Gemeinden gebe. Nach wie vor fehle es vielerorts an einer ausreichenden Breitbandinfrastruktur als Fundament der digitalen Transformation: Fast die Hälfte der befragten Kommunen sieht beim Breitbandausbau auch im Jahr 2019 noch einen großen Nachholbedarf.

Eine zentrale Herausforderung bleibe auch im Jahr 2019 die Entwicklung einer digitalen Umsetzungsstrategie in den Kommunen. Lediglich sieben Prozent der befragten Städte und Gemeinden sind bereits dabei, eine auf die Situation vor Ort angepasste Strategie umzusetzen. Dagegen haben 55 Prozent noch nicht mit der Erarbeitung einer Strategie begonnen, 29 Prozent sind gerade dabei, einen Umsetzungsplan zu erarbeiten. „Digitalisierung ist ein komplexes Thema. Die Frage, womit und wie vor Ort damit begonnen werden soll, muss in jeder Kommune individuell beantwortet werden. Es gibt keinen Umsetzungsplan, der für jede Stadt oder Gemeinde funktioniert“, betonte Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Die Kommunen orientierten sich bei ihren Vorhaben an den Gegebenheiten vor Ort.

Hohe Potenziale sehen die Kommunen in der interkommunalen Zusammenarbeit. 71 Prozent sind davon überzeugt, dass eine stärkere Vernetzung über die Ortsgrenzen hinaus die eigenen Digitalisierungsfortschritte unterstützen kann. „Digitalisierung bietet die Chance, Aufgaben aufzuteilen und intensiver zusammenzuarbeiten. Das haben die Kommunen erkannt“, so Landsberg. „Wir werden nur erfolgreich sein, wenn wir über Orts-, Kreis- und Landesgrenzen zusammenarbeiten und es schaffen, Deutschland flächendeckend zu modernisieren. Wir müssen unsere bisherigen Arbeitsstrukturen überdenken und neue Konzepte der Zusammenarbeit entwickeln. Die Digitalisierung macht deutlich: Der Schlüssel zur Zukunft liegt bei den Kommunen.“