Im Januar 1946 kamen die ersten heimatvertriebenen Sudetendeutschen in Kaufbeuren an. Die von der Stadt bereitgestellten Notunterkünfte in Baracken, Turnhallen und Fabrikgebäuden waren in kürzester Zeit überfüllt. Im Mai entschloss man sich, eine zusätzliche Unterkunft außerhalb des Stadtgebietes anzumieten: das Lager Riederloh, ursprünglich das Arbeiter-Barackenlager einer Schießpulver- und Munitionsfabrik nördlich von Kaufbeuren. Auf diesem ehemaligen Fabrikgelände entstand in den Folgejahren die größte geschlossene Vertriebenensiedlung Europas, die 1952 offiziell den Namen „Neugablonz“ erhielt.
Zum 70jährigen Bestehen dieses besonderen Kaufbeurer Stadtteils folgt das Isergebirgs-Museum in einem fotografischen Streifzug den Spuren seiner Geschichte: Von den mühsamen Anfängen inmitten gesprengter Fabrikgebäude und Betontrümmer über den Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur und eines vielseitigen gesellschaftlichen Lebens bis hin zu den Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur und im Ortsbild, die vor allem in jüngster Zeit stattgefunden haben.
BLICKWINKEL
Stellvertretend für die heutigen Bewohner – Heimatvertriebene und Allgäuer, Gastarbeiter und Spätaussiedler, Migranten und Zugezogene – bewegen sich Figuren durch die Ausstellung. Aus ihrem persönlichen Blickwinkel erzählen sie von den Anfängen und vom Leben in Neugablonz. Das Zeitzeugenprojekt BLICKWINKEL wurde gemeinsam mit der Gustav-Leutelt-Schule in Neugablonz realisiert und über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert.






