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Wer richtig trennt, leistet wichtigen Beitrag zum Klimaschutz

Abfallwirtschaft, Ländlicher Raum, Strukturpolitik

Am 3. August war Erdüberlastungstag und seit zwei Jahren ruft die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) den 29. September zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung (International Day of Awareness of Food Loss and Waste) aus. Mit der Aktion wird auf die horrenden Verluste an Lebensmitteln und die daraus resultierenden, massiven Schäden für die Umwelt aufmerksam gemacht – Wie ist die Abfallwirtschaft im Kreis Schleswig-Flensburg dazu aufgestellt? fragte sich die Bundestagsabgeordnete Petra Nicolaisen und schaute im Rahmen ihrer Sommertour bei der ASF in Schleswig vorbei.

Lutz Döring, seit 2015 Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg (ASF), zeigt sich mit der Abfallwirtschaft im Kreis weitgehend zufrieden. Die Kreiswirtschaft laufe „stabil und der Kreis sei gut aufgestellt.“ Auch die Abfalltrennung funktioniere insgesamt, in ländlichen Wohngebieten meist besser als in städtischen Quartieren. Dennoch verblieben beispielsweise trotz flächendeckender Nutzung der Biotonne durch die Haushalte im Schnitt 25 Prozent Organik im Restabfall. Dabei sei die Trennung heute wichtiger denn je: „Aus Biomüll machen wir Bioenergie und Biokompost. Wer richtig trennt, leistet damit auch einen wichtigen Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz“, so Döring.

Die Bundestagsabgeordnete Petra Nicolaisen aus Wanderup im Wahlkreis 1 Flensburg-Schleswig und der Geschäftsführer Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg (ASF) appellieren: Biomüll ist ein Rohstoff!
Die Bundestagsabgeordnete Petra Nicolaisen aus Wanderup im Wahlkreis 1 Flensburg-Schleswig und der Geschäftsführer Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg (ASF) appellieren: Biomüll ist ein Rohstoff!

Hierin sieht die Abgeordnete ein Problem, das es zu lösen gilt: „Lebensmittelabfälle stehen für mindestens sechs Prozent aller Treibhausgasemissionen der EU.“ Dies sei u.a. durch Zahlen des Welternährungsprogramms UNEP belegt. Die Kosten würden sich auf über 143 Milliarden Euro pro Jahr belaufen. „Bei dieser abstrakten Betrachtung ist noch nicht berücksichtigt, dass Hunger in vielen Ländern das eigentliche Problem für sehr viele Menschen darstellt“, so Nicolaisen, die gleichzeitig an den Erdüberlastungstag am 3. August erinnert. „Lebensmittelabfälle bilden nur einen Teil des Abfallspektrums. Mit jedem Abfall, den wir entsorgen, gehen wertvolle Ressourcen, die unsere Erde liefern muss, verloren. Da ist es am besten, dass möglichst wenig Abfall entsteht und dass die entstehenden Abfälle bestmöglich getrennt, wiederverwendet und recycelt werden.“

Lutz Döring verweist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung von Verpackungen. Sie spielten im Kampf für den Klima- und Ressourcenschutz eine große Rolle. „Die seit vielen Jahren stetige Zunahmen von Verpackungsmüll und deren immer komplexere Zusammensetzung stellen die Recyclingwirtschaft vor enorme Herausforderungen. Auch die Zunahme an kleinen und aufwändigen Verbundverpackungen z.B. bei Wurst und Käse erschweren es den Verbrauchern Abfalltrennung und -vermeidung zu leben.“ Etliche vermeidbare Verpackungen und zum Teil ungeöffnete Produkte landeten so oft im Restmüll. Für Nicolaisen ein Grund sich dafür einzusetzen, die Regeln für den Einkauf mit selbst mitgebrachten Gefäßen generell zu vereinfachen.

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