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Deutliche Unterschiede bei Ärztedichte in Deutschland

Ländlicher Raum

In Zeiten des demographischen Wandels und von Abwanderung ist kommunale Daseinsvorsorge mehr denn je ein wichtiges Thema. Die medizinische Versorgung ist ein fundamentaler Bestandteil dessen, da sie ein sicheres und gesundes Leben der Einwohner sicherstellt. Wie der “Ärzteatlas” der AOK und mehrere Studien nun zeigen, gibt es in dieser Hinsicht erhebliche regionale Differenzen.

Eine gute Nachricht vorneweg: Die Zahl der tätigen und niedergelassenen Praxisärzte ist in Deutschland weiterhin steigend. Somit ist klar, dass es keinen Ärztemangel, sondern eher ein Verteilungsproblem gibt. So liegt Freiburg im Breisgau – was die Ärztedichte anbelangt – auf Platz 1: Hier kommen im Durchschnitt fast 400 Mediziner auf 100.000 Einwohner. Ganz anders sieht es im bayerischen Landkreis Coburg aus. Dort ist es mit 84 Ärzten pro 100.000 Einwohnern nur knapp ein Fünftel.

Weiterhin gut aufgestellt sind die Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin, welche jeweils eine Quote von rund 300 Medizinern aufweisen. Das Problem einer unzureichenden medizinischen Infrastruktur in ländlichen Räumen ist hinlänglich bekannt. Experten gehen davon aus, dass sich die Lage in den nächsten Jahren sogar noch verschlechtern wird, bedingt durch weitere Abwanderungen und die Tatsache, dass viele Ärzte in den Ruhestand gehen werden.

Länder, Landkreise und Kommunen versuchen, mit neuen Ansätzen Anreize für eine Niederlassung in ländlichen und peripheren Gebieten zu schaffen. So gibt es etwa vielerorts kostenfreie bzw. kostengünstige Praxisräume und Ausstattung. Mehrere Bundesländer sehen darüber hinaus eine finanzielle Förderung von Studierenden vor, die sich verpflichten, nach dem Studium für einen gewissen Zeitraum auf dem Land ärztlich tätig zu sein. Ob und inwieweit diese Ansätze dem grundsätzlichen Problem des demographischen Wandels gewachsen sind und Abhilfe schaffen, bleibt abzuwarten.

 

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