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Grüne Umweltzone ab Oktober auch in München

Klimaschutz

Zum 1. Oktober hat die Stadt München die grüne Plakettenpflicht für ihre Umweltzone eingeführt. Das bedeutet, dass Fahrzeuge mit den Schadstoffgruppen 2 und 3 (rote und gelbe Plaketten) nicht mehr in die Umweltzone fahren dürfen. Allerdings scheint das System für Kontrolle und Umsetzung der neuen Regelung in München sehr lückenhaft zu sein. Viele Ausnahmeregelungen verhindern zusätzlich eine Verbesserung der Luftqualität.

Da konkrete Ansätze für die Luftreinhaltung in München fehlen, hatte die Deutsche Umwelthilfe bereits im Februar 2012 gegen das Land Bayern geklagt. Am 9. Oktober wird die Verhandlung dazu in München beginnen.

Umweltzonen mit ersten messbaren Erfolgen

Über das Für und Wider von Umweltzonen wird seit ihrer Einführung heftig und kontrovers diskutiert. Gegner der „Plakettenzonen“ führen immer wieder an , dass solch kleine Gebiete in Innenstädten nicht genügen könnten, um die Luftqualität in den Städten zu verbessern. Dem entgegen hat jetzt das Landesamt für Umweltschutz aus Sachsen-Anhalt eine Messreihe für die Städte Halle und Magdeburg vorgestellt, die eine spürbare Reduzierung der Feinstaub- und Stickstoffdioxidbelastung zeigen. Seit September 2011 sind in beiden Städten Umweltzonen eingerichtet.  Laut Landesamt ist innerhalb des ersten Jahres die Feinstaubbelastung in den beiden Städten im Durchschnitt um 10 Prozent gesunken. An neuralgischen, sprich stark befahrenen Straßen sind die Werte teilweise um 16 Prozent gesunken.

Nachweise aus anderen Städten fehlen noch

Dass Umweltzonen der Luftqualität in Innenstädten etwas nützen, scheint mit den Messergebnissen aus Sachsen-Anhalt belegbar. Messungen aus anderen Städten mit Umweltzonen fehlen allerdings, um einen wirklich positiven Trend bestätigen zu können. Immer noch werden die zulässigen Feinstaub-Grenzwerte in vielen Städten Deutschlands häufig überschritten. Eine Übersicht mit jährlicher Entwicklung stellt das Umweltbundesamt zur Verfügung.