Überraschende Entwicklung der Hartz IV-Empfängerzahlen

Aug. 6, 2012 | Soziales

Der Deutsche Landkreistag hat die SGB II-Empfängerzahlen (Hartz IV) für den Monat Juli veröffentlicht. Der Vergleich der aktuellen Juli-Zahlen mit Juli 2005 (erster Juli-Wert nach Inkrafttreten des SGB II) zeigt folgende langfristige Entwicklung:

  • Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist in den letzten sieben Jahren in den Flächenländern Ost um gut 24 % gesunken (Thüringen -28 %), in den Flächenländern West um ca. 7 % (Bayern -20 %). Die Stadtstaaten konnten nur einen Rückgang von ca. 1,3 % erreichen. In Nordrhein-Westfalen ist in diesem Zeitraum ein Anstieg von knapp 1 %, in Berlin sogar von 4,3 % festzustellen.
  • Bei Analyse der Zeitreihen seit 2005 ergibt sich, dass in Niedersachsen, Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen auf Basis der aktuellen Werte damit seit Juli 2005 die niedrigsten Werte an Leistungsberechtigten zu verzeichnen sind.

Die aktuelle Entwicklung ist im Einzelnen durch folgende Eckdaten gekennzeichnet:

  • Im Juli befanden sich nach den hochgerechneten Daten weiterhin rd. 6,1 Mio. Menschen im Leistungssystem SGB II (Hartz IV).
  • Die Hilfebedürftigkeit im SGB II spreizt sich zwischen 3,3 % der Einwohner in Bayern und 16,6 % in Berlin.
  • Die Stadtstaaten weisen insgesamt mit 14,4 % gegenüber den Flächenländern im Westen mit 6,2 % den höchsten Wert auf.
  • Gegenüber dem Vormonat Juni ist der Bestand geringfügig um 0,4 % gesunken (Abnahme um rd. 15.000 Leistungsberechtigte).
  • Gegenüber dem Vorjahresmonat Juli 2011 liegt ein Rückgang um rd. 3,4 % vor.
  • Gegenüber dem Vorjahresmonat Juli 2011 sind die Zahlen in den Stadtstaaten am geringsten (-2,4 %), in den östlichen Flächenländern am stärksten (-5,1 %) zurückgegangen.

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