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Länderübergreifendes Projekt “Mayoress” läuft an

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Dass es noch immer zu wenige Frauen in kommunalen Spitzenämtern und Vertretungen gibt, ist über alle Parteigrenzen hinweg unstrittig. So sind nur knapp 9 % der deutschen Oberbürgermeister weiblich. Das hat mannigfaltige Ursachen, wie mehrere Studien in der Vergangenheit nahelegten. Nun sollen weitere Ursachen eruiert und Gegenmaßnahmen erarbeitet werden.

Dies geschieht im Rahmen des länderübergreifenden Projektes “Mayoress” (zu Deutsch: “Bürgermeisterin”) der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin (EAF Berlin) mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Zeitraum von 2019 bis 2021. Dabei wird sich das Projekt in mehrere Teile gliedern, in denen unter anderem länderübergreifende Analysearbeit geleistet wird, aber auch junge Aspirantinnen und Mandatsträgerinnen Netzwerke aufbauen und grenzüberschreitenden Austausch zu den strukturellen Ursachen leisten können.

In den verschiedenen europäischen Ländern gibt es unterschiedliche Ansätze, den Frauenanteil in Gemeinde- und Kreisvertretungen sowie Ämtern zu erhöhen. In Deutschland und Österreich herrschen keine verbindlichen staatlichen Quoten, sondern lediglich innerparteiliche Quoren, die bei der Listen- und Kandidatenaufstellung berücksichtigt werden sollen. Anders sieht es in Polen und Frankreich aus. Dort existieren verbindliche Quotierungssysteme, in Frankreich sogar nach dem sog. “Reißverschlusssystem”, um das Ausfüllen hinterer Listenplätze mit Frauen zu verhindern. Mit diesen Maßnahmen konnte in Frankreich der Anteil von Frauen in kommunalen Vertretungen auf mittlerweile 48 % erhöht werden, was fast schon dem soziologischen Normalniveau entspricht.

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