Retten „Löschzwerge“ die Feuerwehr?

Aug. 8, 2013 | Allgemein

Kinderfeuerwehr

Ein Beitrag von Markus Klaus

Das Feuerwehrwesen in Deutschland ist geprägt durch die Zweiteilung in Berufs- und Freiwillige Feuerwehr. Für die freiwilligen Feuerwehren im größten Flächenland wird es zunehmend schwerer, die ihnen übertragenen Aufgaben des Rettungswesens und Feuerschutzes wahrzunehmen. Und die ohnehin bestehende Tendenz wird sich weiter verschärfen. In Folge des fortschreitenden demografischen Wandels ist ein stärkerer Wettbewerb aller Organisationen und Institutionen absehbar, die auf das ehrenamtliche Engagement junger Menschen angewiesen sind. Hinzu kommt eine immer weiter zurückgehende Bedeutung des Engagements in der Freiwilligen Feuerwehr als Ersatz für die entfallene Wehrpflicht. Weitere Herausforderung ist, dass einerseits von Arbeitnehmern eine immer größere Mobilität verlangt wird und immer weniger freiwillige Feuerwehrleute ihren Arbeitsplatz in der Nähe ihrer Löschzüge haben können, zudem Sorgen um die Sicherheit des Arbeitsplatzes dazu führen können, dass das Recht auf Freistellung nicht in Anspruch genommen wird. Die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren ist aber für die Kommunen von großer Bedeutung. Die Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehren sind wichtige und kompetente Helfer bei Brandeinsätzen. Durch die Bereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren sparen die Kreise, Städte und Gemeinden erhebliche Personalkosten, die sie ansonsten aufbringen müssten, um die Standards bei Rettungseinsätzen mit hauptamtlichen Kräften erfüllen zu können.

 

CDU will verbesserten Versicherungsschutz

Dieser, sich seit einigen Jahren abzeichnenden Entwicklung will die nordrhein-westfälische CDU-Landtagsfraktion mit einem Antrag begegnen. Für sie rühren die erkennbaren Nachwuchsprobleme bei den Freiwilligen Feuerwehren unter anderem daher, dass Kinder in Nordrhein-Westfalen erst ab dem zehnten Lebensjahr in eine Jugendfeuerwehr aufgenommen werden dürfen. „Im Alter von zehn Jahren haben sich viele Kinder jedoch bereits anderen Vereinen oder Organisationen angeschlossen, die auch jüngere Kinder in ihre Reihen aufnehmen. Durch diesen Umstand gehen den Freiwilligen Feuerwehren eine Vielzahl möglicher Nachwuchskräfte verloren“, erklärt der CDU-Innenexperte Werner Lohn. Aus diesem Grund sind einige Freiwillige Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen mittlerweile dazu übergangen, so genannte „Kinderfeuerwehren“ zu gründen. Bei den „Löschzwergen“, „Bambini- oder Wichtelfeuerwehren“ werden Kinder unter zehn Jahren spielerisch an das Thema Brandschutz herangeführt. Die CDU-Fraktion geht davon aus, „dass viele Kinder den Freiwilligen Feuerwehren auch in der Jugend und als Erwachsene verbunden bleiben, wenn sie möglichst frühzeitig an die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehren herangeführt werden“. Allerdings seien solche Kinderfeuerwehren in Nordrhein-Westfalen noch längst nicht flächendeckend etabliert. Mitverantwortlich hierfür ist ihrer Auffassung nach auch, dass diese Kinderfeuerwehren bislang nicht Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren sind und damit auch nicht den umfassenden gesetzlichen Unfallschutz genießen. Aus diesem Grund will die CDU das Gesetz über den Feuerschutz und die Hilfeleistung ändern und die Angehörigen der Kinderfeuerwehren den übrigen ehrenamtlichen Angehörigen der Feuerwehr gleichstellen und sie damit im Schadensfall über die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen absichern.

 

„Kinder lernen Gruppen – und Teamfähigkeit“

Der Gesetzentwurf dient aus Sicht der CDU-Landtagsfraktion nicht nur dem Feuerschutz. Er fördere auch soziales Verhalten der Kinder. „Die Kinder lernen nicht nur, in Notlagen zu helfen. Durch spielerisches Heranführen an die Feuerwehr werden die gesellschaftlichen Kompetenzen, das richtige Verhalten in Gefahrensituationen sowie Gruppen- und Teamfähigkeit gefördert“, sagt Lohn. Der Vorschlag der CDU-Landtagsfraktion, die Altersgrenze für den Eintritt in die Jugendfeuerwehr auf sechs Jahre zu senken, fand im Innenausschuss des nordrheinwestfälischen Landtages breite Unterstützung.

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