Kopo

Größter Batteriespeicher Sachsens geht ans Netz

Allgemein, Energiewende, Klimaschutz, Strukturpolitik, Umwelt

Für das Gelingen der Energiewende werden flexible Systeme benötigt, die Energie aufnehmen und wieder abgeben. In Chemnitz ist jetzt ein neuer Batteriespeicher ans Netz gegangen, der eine Kapazität von rund vier Millionen R6/AA-Batterien (1,5V/2,6Ah) oder 18.000 Autostarterbatterien (12V/74Ah) besitzt und die zukünftig die regionale Stromqualität sichert. Damit spart er jährlich rund 46.000 Tonnen Kohlendioxid ein, die sonst in einem konventionellen Kraftwerk anfallen würden.

Die Anlage von eins und Die Thüga Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG ist die größte ihrer Art in Sachsen. Netzschwankungen können entstehen, wenn zum Beispiel Photovoltaik- und Windenergieanlagen Strom erzeugen, dieser aber im Netz nicht abgenommen und verbraucht wird. Dieses Ungleichgewicht wirkt sich auf die Frequenz im Stromnetz aus. Batterien kennt jeder aus dem privaten Gebrauch. Sie speichern Energie und geben diese bei Bedarf sofort wieder frei. Konventionelle Kraftwerke benötigen je nach Art oft mehrere Minuten, um hoch- oder runterzufahren. Der neue Batteriespeicher soll laut Betreibern hingegen seine volle Leistung in wenigen Sekunden abrufen können. Damit ist der Batteriespeicher optimal dafür geeignet, um Schwankungen im Stromnetz auszugleichen.

Die Gesamtkosten für die Errichtung der Anlage betragen rund zehn Millionen Euro. Der Batteriespeicher wird durch das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr mit Mitteln des europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von einer Million Euro gefördert.

Batteriespeicher: sofortige Verfügbarkeit der Leistung
Für das Gelingen der Energiewende sind Speicherlösungen essentiell. Neben schnell anfahrenden Kraftwerken sind dazu Batteriespeicher aufgrund der sofortigen Verfügbarkeit der Energie ideal geeignet. Der Batteriespeicher Chemnitz ist von den Übertragungsnetzbetreibern für das Bereitstellen von Primärregelleistung (PRL) präqualifiziert und bietet bereits seit 17. Juli diese Leistung am Markt an. Aktuell werden wöchentlich ca. 1.400 Megawatt PRL ausgeschrieben (Kopplung der Märkte von Deutschland, Belgien, Niederlande, Frankreich, Schweiz und Österreich). Der Batteriespeicher Chemnitz kann knapp ein Prozent davon zur Verfügung stellen.